Seit 1966 steht eine kleine evangelische Kirche in Buchbach, die St.-Johannes-Kirche. Als sie damals gebaut wurde, waren die Verhältnisse noch ganz anders: Das Wirtschaftswunder spülte Geld in die Kassen nicht nur des Staates, sondern auch in die der Kirchen. Fast alle Einwohner auch in Buchbach waren Mitglieder einer der beiden großen Kirchen. Und so baute Pfarrer Erdmann Krüger nach der Schauberger Kirche auch noch ein „Kirchlein" nach Buchbach, um den evangelischen Einwohnern Gelegenheit zu geben, zumindest im zwei- oder dreiwöchigen Turnus einen Gottesdienst in ihrem Heimatort besuchen zu können. Die Gottesdienste waren für die kleine Zahl der Evangelischen meist gut besucht, sogar der liturgische Chor aus Langenauer Schülern sang immer wieder.
Die Zeiten haben sich gründlich geändert. Das Geld ist knapp, nicht nur beim Staat, sondern auch bei den Kirchen.
Weniger als 50 % der Gesamtbevölkerung Deutschlands sind noch Kirchenmitglieder, also Christen. Weniger Mitglieder, weniger Kirchensteuer! Die Austrittswelle hält leider weiter an. Der Nachwuchs an Geistlichen ist eingebrochen, es gibt nicht mehr in jeder kleinen Gemeinde einen Pfarrer oder eine Pfarrerin. Schon vor Jahren wurde beschlossen, keine Gottesdienste mehr in der St.-Johannes-Kirche zu halten. Sie steht also schon lange ungenutzt da. So ergeht es vielen kleinen Gemeinden.
Nun wurde in der Landessynode beschlossen, dass ca. 50 % des Gebäudebestandes entweder zu verkaufen oder stillzulegen sind. Ein Gebäude, das ungenutzt herumsteht, also auch eine Kirche verursacht weiterhin Kosten: Grundsteuer, Versicherung und weitere Nebenkosten. Diese Kosten muss die Kirchengemeinde Langenau trotz knapper Kassen tragen, trotz hoher Schulden wegen der Renovierung der Langenauer Kirche. Deshalb hat der Gesamtkirchenvorstand der Pfarrei Tettauer Winkel (Kleintettau, Langenau, Tettau) beschlossen, die St.-Johannes-Kirche Buchbach ebenso wie das Bezzelheim in Langenau zum Verkauf auszuschreiben.
Wer kauft denn eine Kirche?
Tatsächlich hat sich für uns alle überraschend ganz schnell ein Käufer gefunden. Könnte das nicht irgendwie auch Gottes Fügung sein?
Eine Kirche ist ein Gotteshaus. Bevor eine Kirche verkauft werden kann, muss sie entwidmet, profanisiert, wieder „verweltlicht" werden. Dies wird in einem feierlichen Gottesdienst am Sonntag Invokavit, dem 1. Sonntag der Passionszeit am 22. Februar 2026 um 10:00 Uhr geschehen. Den Gottesdienst wird Regionalbischöfin Berthild Sachs aus Bayreuth mit uns feiern. Dazu sind alle evangelischen Gemeindeglieder der Kirchengemeinde Langenau aus Kehlbach, Schauberg und Langenau, vor allem aber die Buchbacher und unsere katholischen Mitchristen ganz herzlich eingeladen. Nehmen wir in einem würdigen Rahmen Abschied von unserer St.-Johannes-Kirche.
Für den Gesamtkirchenvorstand der Pfarrei Tettauer Winkel
Peter Mierdel