Kurze Geschichte der evang.-luth. Kirchengemeinde Langenau
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Die Anfänge Die Ortschaft Langenau wird im Jahr 1487 zum ersten Mal urkundlich erwähnt (eine Nennung im Jahr 1143 betrifft andere Ortschaften und ist irrig). Da Langenau in einer Urkunde mit Aufzählung der Dörfer der Herrschaft Lauenstein von 1414 noch nicht genannt wird, ist es wohl in den Jahrzehnten zwischen diesen beiden Beurkundungen gegründet worden. Es wurde „Langenaw“ geschrieben. Der Name kommt von der Langen Aue, einem tief eingeschnitten Tal, das sich fast vom Rennsteig bis zum heutigen Ort Schauberg zieht (ca. 8 km). Diese Aue wird vom gleichnamigen Bach durchflossen. Dem Dialekt nach, der teilweise heute noch gesprochen wird, wurde Langenau von Süden besiedelt, also von Franken aus. Die nördlich der Ortschaft gelegenen Dörfer jenseits des Rennsteigs wie z. B. Ebersdorf bei Ludwigsstadt, aber auch das südlich des Rennsteiges gelegene Kleintettau, dürften des gesprochenen Dialektes wegen aus dem thüringisch-sächsischen Raum besiedelt worden sein. Im Dialekt heißt Langenau „die Langaa“. |
Wappen der ehemaligen selbstständigen |
Die Zeit unter der Herrschaft Lauensteins
Langenau gehörte von Anfang an zur Herrschaft Lauenstein. Kirchlich war es damals zur Erzdiözese Mainz gehörig. Schon bald aber sollte die Konfession wechseln. Unter der Regentschaft des Ritters Friedrich von Thüna – ja, genau der, der an der „Entführung“ Martin Luthers 1521 auf die Wartburg unmittelbar beteiligt war - wurde von diesem, nachdem er kurz vorher die Herrschaft von seinem Bruder Heinrich übernommen hatte, im Jahr 1525 der evangelische Glaube in seinem Gebiet eingeführt. So ist Langenau bis heute an einer Konfessionsgrenze gelegen: Alle Nachbardörfer südöstlich sind katholisch geprägt (zum Erzbistum Bamberg gehörig). Die nordöstlich gelegenen Ortschaften der Herrschaft Lauenstein waren protestantisch, ebenso sind die nordwestlich gelegenen Dörfer in Thüringen evangelisch geprägt, da ehemals zu den sächsischen Herzogshäusern gehörig.
Während des Bauernkrieges im Jahr 1525 reichten auch Langenauer Einwohner, hauptsächlich wohl wegen der für sie zu hohen Abgaben an weltliche und geistliche Herren, Petitionen an ihren Herren ein. Gewalttätige Aktionen gegen ihren Lehnsherren gab es wohl nicht. Doch schon dafür wurden sie von Friedrich von Thüna mit hohen Bußen belegt.
Die Bevölkerung scheint trotz ärmlicher Verhältnisse gut gewachsen zu sein. 1537 beschwerten sich die Langenauer beim Markgrafen Georg Friedrich in Bayreuth u. a. darüber, dass der Vater ihres jetzigen Herrn in Lauenstein ihnen unter anderem das „Gemeinholz“ weggenommen habe und sie deshalb kein Holz mehr hätten, um „die sehr baufällige Kirche und Pfarrhaus“ zu unterhalten. Diese Kirche war wohl eher ein bescheidenes Gebäude aus Fachwerk, Genaueres ist nicht bekannt.
Kirchlich gehörte Langenau mindestens bis 1542 zur Kirchengemeinde Ludwigsstadt und wurde wohl von einem „Caplan“ versehen, der möglicherweise in ebendiesem Pfarrhaus wohnte. Danach wurde Langenau der 1514 von Heinrich von Thüna gestifteten Pfarrei Lauenstein zugefügt. Taufen und Bestattungen fanden dort statt, weshalb Verstorbene auch in den zu diesen Zeiten sehr schneereichen Winter dorthin verbracht werden mussten. Dies gelang nicht immer, und die Särge mussten oft mehrere Tage oder gar Wochen am „Absang“ im Schnee und in der gut konservierenden Kälte verbleiben, bis die Wege wieder einigermaßen begehbar waren.
