Alte Zeiten, frühe Anfänge

Mit Glasmeistern aus Lauscha in Thüringen, deren Kapital ihre Kunstgriffe mit der Glasmacherpfeife und das Fachwissen um das ,,Mundglosmach’n“ war, begann nach den Wirren des 30-Jährigen Krieges – man schrieb das Jahr 1661 – Kleintettaus Ortsgeschichte.
In einem Bachtal des oberen Frankenwaldes, dem historischen alten Handelsweg ,,Rennsteig“ nahe, ließen sich die ersten Pioniere und Quatiermacher dort nieder, wo das Bächlein ,,Kleine Tettau“ aus einem Berghange hervorquillt und – sich aus Rinnsalen sammelnd – durch Forellenteiche zu Tal windet.

Über Generationen im Zeitenverlauf wuchs aus vereinzelten Wohnplätzen ein ansehnliches, arbeitsgewohntes Dorf mit eigener Identität.
Seinen noch nach alter Tradition arbeitenden ,,Glashütten“ boten holzreiche Nadelwälder Pottasche und Schmelzhitze für die Glashäfen. Aus ihnen wurden modern automatisierte Glashüttenwerke mit Schmelzwannen zur Herstellung weißen und farbigen Glases.
In neuerer Zeit dann, nachdem als Rohstoff neben Silbersand auch plastische Kunststoffe verwendet wurden – gesellten sich zum letzten Fabrikschlot hohe Konturen rauchfreier, metallisch glänzender Standsilos für die Kunststoff-granulate.

Indes … der nächst Kirchturmspitze Wetterfahne erhob und drehte sich entfernt hinter Höhenzügen und Wäldern im benachbarten Marktflecken Tettau. Des Dorfes Kleintettau Christen evangelisch-lutherischer Konfession jedoch, entbehrten lange Zeit am Orte selbst des eigenen Gotteshauses.

Der sehnlichste Wunsch vieler nach einer eigenen Kirche fand erst zur Mitte des soeben vollendeten Jahrhunderts Erfüllung mit der über dem Dorfe am Waldhange neu errichteten Auferstehungskirche. In diesem Jahr begeht sie auf den Tag genau – wie damals – wiederum sonntags, einem 26. August, ihre Weihe feierliches fünfziges Jubiläum, das folgende Seiten im Rückblick begleiten mögen.

Zeitzeuge Friedrich Rentsch

Der Lokalhistoriker Friedrich Rentsch, seinerzeit Oberlehrer in Kleintettau, hat in seinem Heimatbuch auf Buchseiten 107-113 unteranderem ,,Die Errichtung der Auferstehungskirche in Kleintettau“ als Zeitzeuge mit diesen Worten festgehalten.

,,Von jeher war in der evangelisch-lutherischen Kleintettauer Bevölkerung der Wunsch lebendig, eine eigene Dorfkirche zu besitzen. Dieses Verlangen war umso verständlicher, wenn man die Tatsache in Betracht zieht, das eine regelmäßige Teilnahme an den gottesdienstlichen Handlungen in der Kirche zu Tettau durch die klimatischen Verhältnisse unserer Gegend sehr erschwert und besonders für ältere Leute so gut wie unmöglich war. Dieser missliche Umstand machte sich vor allem in der kälteren Jahreszeit geltend.

Wenn man ferner bedenkt, das in  den früheren Zeiten, als Kleintettau noch keinen Gemeindefriedhof hatte, die Toten nach Tettau transportiert und in dem dortigen Friedhof beigesetzt werden mussten, dann ist es erklärlich, dass die Anlage eines Gemeindefriedhofes, der Bau einer Leichenhalle und die Errichtung einer Kirche in Kleintettau zum Gegenstand allgemeinen Interesses geworden waren.

Schrittweise kam man diesem vordringlichen Ziele nahe, zunächst durch die Anlage des Gemeindefriedhofes im Jahre 1939. Zehn Jahre später (1949) folgte der Bau Gemeinde-Betsaales einschließlich Leichenhalle.

So Dankbar die Gemeinde dafür sein konnte, so spürte sie doch je länger, je mehr einen empfindlichen Mangel.

Musste da nicht der sehnlichste Wunsch nach einem eigenen Gotteshauses, nach einem würdigen Raum, in dem das Evangelium verkündet werden sollte, wach werden.

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