Erst nach Beendigung des Krieges konnte das Bauvorhabenwieder aufgenommen werden. Der aus Schlesien Vertriebene Flüchtlings-Geistige, Herr Pfarrer Hoppe, der seinerzeit in Tettau als Pfarrverweser eingesetzt war, übernahm den Vorsitz im Kirchenbauverein und veranlasste den Ankauf von198 cbm Rundholz. Leider erwies sich ein erheblicher Teil des Holzes infolge Kernfäule als unbrauchbar (1945).Außerdem drängte die befürchtete Geldentwertung dazu, so rasch wie möglich vorwärts zu kommen.
Um in der damaligen bustoffarmen Zeit den Bau überhaupt beginnen zu können, musste zunächst die Errichtung einer Leichenhalle als vordringliches, im allgemeinen Intresse liegenes Bedürfniss erklärt werden. Die Grundausgrabungsarbeiten sowohl für die Leichenhalle wie auch für den Kirchbau wurden durch freiwillige Arbeitsleistung der männlichen Kleintettauer Bevölkerung durchgeführt.
Am 28. September 1947 konnte die Feier der Grundsteinlegung in Anwesenheit von Herr Dekan Franz Ries (Ludwigsstadt) und Herrn Landrat Pabstmann (Kronach) abgehalten werden. Dabei wurde die von Dekan Ries und Pfarrer Tratz (Ludwigsstadt) verfasste Grundsteinlegungsurkunde Verlesen.
Diese Urkunde wurde nebst einer Anzahl der damals geltenden Zahlungsmittel in den Grundstein eingemauert.
Trotz der großen Schwierigkeiten in der Beschaffung des erforderlichen Baumaterials wurde im Frühjahr 1948 mit der eigentlichen Bautätigkeit begonnen, und zwar zuerst mit der Erstellung der Leichen halle und des Gemeindesaals. Die drohende Währungsreform ließ es ratsam erscheinen, wenigstens diesen kleinen Teil des Gesamtbaues zu verwirklichen. Es bestand die Hoffnung , ihn noch vor der Geldentwertung unter Dach und Fach zu bringen. Leider erwies sich diese Hoffnung als zu optimistisch. Durch den am 20. Juni 1948 erfolgten Währungsschnitt gingen dem Kirchenbauverein nahe 40 000 RM wertvollen Baukapitals entwertungsbedingt verloren.
Durch persönliches Vorstellig werden einiger Kirchenbauausschussmitglieder beim Evangelisch-Lutherischen Landeskirchenrat in München wurde erwirkt, das letzterer für den Kleintettauer Kirchenbau einen namhaften Bauzuschuss in höhe von 37 000 DM sofort bewilligte.
Trotz vieler Hindernisse und Unannehmlichkeiten, die durch die schwankenden Nachkriegsverhältnisse bedingt waren, konnte der Kirchbau, allerdings unter sehr vielen Mühen und Opfern, endlich im Jahre 1951 zur schönen Wirklichkeit werden.
In der Glockengießerei F.W. Schilling, Heidelberg, nährten sich drei Bronzeglocken ihrer Vollendung, wie auch die zwei-manualige Orgel beim Orgelbauer in Hoechst am Main. Alle sind Stiftungen der beiden örtlichen Glashüttenwerke der Familien Hein und Hammerschmidt, wie sich auch für den Taufstein, Kanzel, Altar, Altargerät und –bibel großherzige Stifter fanden.
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